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Ayurveda

Ayurveda-Medizin

Ursprung und Geschichte

Das Alter des Ayurveda schätzt man auf mindestens 5000 Jahre, die ältesten bekannten Aufzeichnungen sind etwa 3000 Jahre alt (vedische Schriften).
Medizinisches Wissen kannte man hier schon in der Steinzeit, wie aus Ausgrabungen hervorgeht. Die Ursprünge des Ayurveda vermutet man in der Zeit, als die Arier vom Norden her einwanderten und sich mit der bestehenden Bevölkerung, der hochentwickelten Induskultur vermischten. Diese erstreckte sich über das heutige Pakistan, Teile Indiens und Afghanistans und war flächenmäßig größer als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen.
Im 6. Jahrhundert vor Chr. beschrieben indische Ärzte bereits die menschliche Anatomie sehr genau und hatten ein gutes Verständnis von der menschlichen Verdauung und dem Blutkreislauf. Es gab ebenfalls Spitäler für Menschen und Tiere, Heilpflanzen wurden importiert und angebaut.
Plato vertrat eine ähnliche Theorie wie das ayurvedische Tridosha, was das harmonische Gleichgewicht zwischen den 3 Elementen Pneuma (Wind, Vata), Chole ("Galle", Feuer oder Pitta) und Phlegma (Wasser oder Kapha) darstellt. Man vermutet, dass diese These vedischen Ursprungs ist, da diese Theorie schon in der vedischen Literatur bekannt war. Außerdem gibt es mehrere Referenzen in der hippokratischen Sammlung, wonach einige indische Arzneien und medizinische Rezepte in Griechenland übernommen wurden.

Der Herbst aus ayurvedischer Sicht

Der Herbst stellt eine Übergangszeit der Jahreszeiten von Sommer auf Winter dar. Alle Übergangszeiten werden im Ayurveda dem Luftelement, also Vata zugeordnet. Die Eigenschaften von Vata sind: trocken, kalt, leicht, feinstofflich, beweglich, nicht schleimig, rau. Diese Eigenschaften kann man gut dem herbstlichen Wetter zuordnen. es ist vor allen Dingen unbeständig, die Erde ist nach dem Sommer nicht ausreichend nass und die Kälte nimmt zu.
Das Wetter und die Sonnenzeiten stehen in direkter Verbindung mit unserem Stoffwechsel. Der ständige Wechsel macht uns anfällig für Krankheiten, Schmerzzustände und Infekte. Ein Mensch, der bereits selbst viele Lufteigenschaften besitzt, leidet jetzt besonders an der Kälte und dem unbeständigen Wetter. Deshalb ist es wichtig, die Verdauungskraft und somit den Stoffwechsel zu stärken, um sich vor Krankheiten zu schützen. Menschen mit vielen Lufteigenschaften sind z. B. meist sehr mobile und schlanke Menschen, oft mit schwacher Muskulatur, die zu Hauttrockenheit und trockener Stuhlverstopfung neigen, auch Menschen, die psychisch sehr sensibel und weniger belastbar sind, ältere Menschen, unruhige Kinder und Menschen mit Erschöpfungssyndrom. Aus ayurvedischer Sicht bedeutet dies, sich die fehlenden Eigenschaften zuzuführen. Diese sind die Eigenschaften von Feuer, also Pitta, nämlich etwas ölig, erhitzend, durchdringend, flüssig, sauer, beweglich wie Flüssigkeit, scharf; ebenso die Eigenschaften von Wasser bzw. Erde, also Kapha: schwer, kalt, weich, ölig, süß, stabil, schleimig. Dieser Ausgleich erfolgt über die Ernährung, die Räume, in denen wir uns ständig aufhalten, unsere Schlafzeiten, unsere Mitmenschen, Aktionen wie Freizeit, Sport und Entspannung - also alles, womit wir in Kontakt stehen.

Für die Ernährung bedeutet dies:
Rohkost sollte jetzt reduziert und das Essen ausreichend ölig, feucht und warm zubereitet werden. Vollwertige Kohlehydrate mit verdauungsfördernden Gewürzen, z.B. Kardamom, Ingwer, Curcuma, alle Kümmelsorten, Pfeffer, ausreichend Salz, etc. sind jetzt wichtig. Die letzte Mahlzeit sollte nicht zu spät, also max. bis 19.00 eingenommen werden, um die Qualität des Schlafes nicht negativ zu beeinflussen. Bei Schlafstörungen empfiehlt es sich, am Abend ein Glas warme Milch mit wärmenden Gewürzen wie Ingwer, Zimt, Nelke, Muskat - je nach Geschmack, einzunehmen.
Die Wohn- und Arbeitsräume müssen jetzt ausreichend warm sein, ebenso die Kleidung. Sport sollte nicht extrem betrieben werden.
Es ist bekannt, dass im Herbst gehäuft Verletzungen auftreten. Die Gelenke und die Muskulatur sind nicht so gut durchblutet wie im Sommer und es kommt häufiger zu Verstauchungen, Verdrehungen, Umknicken in den Gelenken, Frakturen, Unfällen, etc. Empfehlenswert sind jetzt leichte und aufbauende Kraftübungen, Atemübungen, Yoga und ähnliches.
Konflikte sind im Herbst belastender als in den übrigen Jahreszeiten. Das hängt mit den reduzierenden Eigenschaften zusammen, die unser Körper jetzt erfährt. Die Psyche ist im Moment nicht sehr stabil. Falls die Möglichkeit besteht, sollte man deshalb keine Konfliktgespräche suchen, sondern sie lieber auf eine andere Jahreszeit verschieben. Stattdessen ist jetzt Verwöhnprogramm angesagt: entspannende Ölmassagen, warme Ölbäder, Sauna, Wärmeanwendungen - und alles, was das Wellnessprogramm hergibt und was dem Körper und der Psyche guttut; auch nette Gespräche im Freundeskreis, und erholsame und belebende Spaziergänge in der Natur.
Nicht zu vergessen: die Haut braucht jetzt ausreichend Fett und Feuchtigkeit, denn eine intakte Haut schützt uns vor Viren und anderen Krankheitserregern.
Wenn man diese Faktoren jetzt in seinen Lebens- und Alltagsrhythmus mit einbezieht, kann man vielen typischen Herbstbeschwerden vorbeugen.

Rezept für einen wärmenden Chaitee

(sehr gut für die Atemwege, vor allem im Herbst/Winter)
2 Teile Wasser und 1 Teil Milch (fettarm) zum kochen bringen,
frischen Ingwer (mehrere Stücke),
Sharkara*,
1/2 - 1 Teel. Kardamom,
1/2 - 1 Teel. Piper longum*,
einige ganze Nelken,
evtl. etwas Safran dazugeben
und 20 - 30 Min. bei offenem Deckel kochen lassen.
1 Prise Schwarztee zum Ende dazu, eine Minute mitkochen, wegnehmen, kurz nachziehen lassen und absieben. (alternativ können auch andere Gewürze verwendet werden)

*Piper longum oder langer Pfeffer ist ein sehr wirkungsvolles Atemwegstherapeutikum im Ayurveda
*Sharkara ist ein ayurvedischer Zucker aus Zuckerrohr, welcher durch mehrmaliges kochen und trocknen keine Säure mehr enthält.